Meditationsimpuls der Woche

Gemeinschaft wachsen lassen…

Impuls zur Meditations-Woche vom 9. Februar 2026 bis 15. Februar 2026

von Marcus M. Lübbering

Wo sind die Lagerfeuer, um die wir uns versammeln, wo Gemeinschaft entstehen kann?
Sabine Frank, Director Government Affairs and Public Policy bei Google für die DACH-Region
Dokumentarischer Fotografie eines modernen Seminarraums am frühen Abend mit einem kleinen Sitzkreis und einer brennenden Kerze auf dem Boden. Menschen sitzen ruhig und konzentriert, durch ein großes Fenster sieht man bläuliches Dämmerlicht und entfernte Stadtlichter.

Impuls: Gemeinschaft wachsen lassen…

Diese Frage stellte nicht ein irgendein Romantiker, sondern Sabine Frank, Director Government Affairs and Public Policy bei Google für die DACH-Region, in einer virtuellen Veranstaltung der Ludwig-Erhard-Stiftung vor einigen Tagen zum Thema „KI, Daten und Regulierung aus wirtschaftspolitischer Perspektive“. Darin ging es natürlich in erster Linie darum, was technisch möglich und machbar ist, aber auch darum, was vertretbar und möglicherweise gefährlich ist. Es spielte auch der typisch europäische, insbesondere deutsche Reflex eine Rolle, Risiken schon zu regulieren, bevor die Technik überhaupt da ist – aus meiner Sicht eine „mentale Innovationsbremse“, die der Neugier des Menschen widerspricht, immer Neues zu lernen und zu entwickeln. Erst Innovation mache (auch) die Nachhaltigkeit effizient, so die Referentin.

Eine Intervention dahingehend, ob der zunehmende Einsatz von KI nicht auch zu einer weiteren Vereinsamung der Menschen führe, beantwortete sie mit einer Gegenfrage, die eingangs zitiert wurde, nämlich wo denn sonst noch Räume wären, die Gemeinschaft schaffen. Es klang wie eine Aufforderung, mehr eben solcher „Lagerfeuer“ zu schaffen. – Das Bild des Lagerfeuers, das sie dabei bemühte, gefällt mir gut, habe ich in meiner Jugend doch viel an Lagerfeuern gesessen, dabei gesungen, erzählt, den Sternenhimmel betrachtet und (Nacht-)Wache gehalten. So etwas schafft tatsächlich Gemeinschaft, und viel davon ist mir bis heute erhalten geblieben. – Heute suche ich diese Gemeinschaft regelmäßig in der Meditation. Auch das schafft tiefe Verbindungen, Gemeinsamkeiten und auch Freundschaften, für die ich dankbar bin. Ja, das Schweigen verbindet uns Menschen auf eine besondere Art und Weise, weil es alles umfasst – letztlich sogar den Lärm des Alltags, seine Höhen und Tiefen, unser ganzes Leben. „Stille ist nicht die Abwesenheit von allem, sondern die Anwesenheit von allem“, so hieß es dieser Tage in dem Büchlein „Seelenfutter“ von Jan Frerichs. Wenn wir bereit sind, mit einer Offenheit in die Meditation zu gehen, die das Menschliche transzendiert, können wir kaum tiefer gehen. Und wenn wir dann auch noch in Gemeinschaft meditieren, werden wir beschenkt nicht nur mit einer Erfahrung von erfüllter Innerlichkeit, sondern auch eines verbindenden Miteinanders. So war ich der Referentin dankbar für den Aufruf, „Lagerfeuer“ zu schaffen, die gerade angesichts zunehmender Individualisierung – ja, auch Vereinsamung – noch wichtiger werden.

Die Frage, wie eine Firma wie Google mithelfen kann, solche Räume zu schaffen, schien mir in dem Fachgespräch nicht angebracht. Es ist aber tatsächlich so, dass es nicht einmal großer (finanzieller) Unterstützung bedarf, damit solche Möglichkeiten entstehen. Wichtig ist, dass wir diese Räume überhaupt suchen. Es gibt ja tatsächlich eine zunehmende Anzahl von Firmen, die dem von Beschäftigten geäußerten Bedarf Raum geben, meist mit guten „Ergebnissen“.

Überleitung in die Stille

Es braucht tatsächlich nicht viel für das „Lagerfeuer der Meditation“: Einen Raum, einen Verantwortlichen, der sich kümmert, sowie den Willen, selbst regelmäßig und dann auch einmal in der Woche gemeinschaftlich zu meditieren. Wir sollten die Wirkung des in der Stille entfachten Feuers nicht unterschätzen – für uns selbst und für unsere Gemeinschaften.

Ma-ra-na-tha – komm, Herr…

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