Meditationsimpuls der Woche
Brücken der Hoffnung
Impuls zur Meditations-Woche vom 10. August 2026 bis 16. August 2026
Gebet und Kontemplation öffnen uns für eine andere Dimension, versöhnen uns mit unserem Inneren und helfen uns, Brücken zu bauen.
Impuls: Brücken der Hoffnung
In der vorletzten Woche war ich mit Teilen meiner Familie in Taizé und habe dort einmal mehr das immer wieder erfrischende geistige Leben der Brüder in der Communauté miterlebt. Es geht dort ganz praktisch darum, solche Brücken zu bauen, wie es Frère Matthew in seinem Brief beschrieben hat. Und es gelingt! Ich habe es wieder persönlich dort vor Ort erfahren können.
In den geistlichen Impulsen, die in Taizé bei uns Erwachsenen von einer amerikanischen Pfarrerin aus der Episkopalkirche gegeben wurden, kamen zugleich auch die unbeweglichen Steine zur Sprache, die uns beschweren und von denen hier auch bereits die Rede war. Zitat: „Auch wenn wir uns fühlen wie Steine, so kann doch Freude in uns sein; und wenn wir uns leer fühlen, können wir gefüllt werden.“
Hier spannte sie den Bogen zu der bekannten Begebenheit bei der Hochzeit von Kana: Der Wein geht aus, die leeren Steinkrüge werden mit Wasser gefüllt, und das Wasser wird zu Wein. Es ist sogar ein besonders guter Wein, der besser ist als der, der vorher serviert wurde (Joh 2. 1 – 12). Ein Zeichen, dass hilfreiche Verwandlung und Veränderung von innen kommen muss.
Wenn wir auf den Zustand der Welt schauen, sehen wir, wie schwer das ist. Ich glaube gar nicht einmal, dass die Veränderung selbst so schwer ist, es liegt oft auch nicht an der fehlenden Einsicht. Voran es fehlt ist dagegen der beständige Umsetzungswille und die Ausdauer bzw. Disziplin, also die Bereitschaft zu lernen. Es ist so viel einfacher, in eskalierenden Routinen des Streits zu verharren und sich am Ende darüber zu beklagen, dass der andere Schuld hat. Unsere Presse und Medien sind voll davon.
Dass es auch anders geht, und zwar durchaus mit großer Wirkung, zeigen die Brüder von Taizé: Tagaus, tagein treffen sie sich morgens, mittags und abends zum Gebet, Gesang und zur Stille. Man könnte sagen: „Na und?“ Aber die Ausstrahlung auf die Zehntausenden vor allem von Jugendlichen, die dort jedes Jahr hinfahren ist augenfällig: So viele verschiedene Menschen aus unterschiedlichen Ländern die sprachliche und viele andere Eigenarten überwinden und Brücken zueinander bauen, bekommen dort einen Eindruck von dem, wie es friedlicher auf dieser Erde zugehen kann. Sie nehmen das in ihr Leben mit. Das ist ein Zeichen der Hoffnung!
Überleitung in die Stille
Auch in der Meditation setzen wir ein beständiges Zeichen der Hoffnung und bauen Brücken – zu uns selbst und zu anderen. Unsere Meditation wird ebenfalls ausstrahlen, wenn wir bereit sind, regelmäßig die Stille zu halten und andere dazu einladen. Das eröffnet neue Dimensionen.
Ma-ra-na-tha – komm, Herr…