Meditationsimpuls der Woche
Kommissionen und Gremien – in welchem Bewusstsein sollten sie Vorschläge erarbeiten?
Impuls zur Meditations-Woche vom 5. Januar 2026 bis 11. Januar 2026
Herzenswärme ist immer noch die zuverlässigste Energiequelle.
Impuls: Kommissionen und Gremien – in welchem Bewusstsein sollten sie Vorschläge erarbeiten?
Was erwartet uns im neuen Jahr? Bessere Nachrichten im Blick auf eine friedlichere Welt? Ein wirtschaftlicher Aufschwung, auf den wir nun schon sechs Jahre warten? Ein Durchbruch bei den Energie-Fragen? Oder kommt der Strom bei uns weiter einfach „aus der Steckdose“? Woher beziehen wir unsere Energie – auch im übergreifenden Sinne? Werden wir also endlich auch die Kraft und den Mut für Reformen haben, die z. B. unseren Sozialstatt zukunftsfähig machen können? – Die Politik hat manche Kommission eingesetzt, die altbekannte Probleme von allen Seiten beleuchten werden. Es wird Zeit für Entscheidungen, die unserem Land eine realistische Perspektive bieten. Aber erst einmal müssen wir abwarten, was die Kommissionen der Politik präsentieren. Aus welchen Quellen werden sie schöpfen?
Ich bin weit davon entfernt, der Politik hier irgendwelche Ratschläge zu geben, aber beim Singen eines Weihnachtsliedes an den Festtagen musste ich doch unwillkürlich daran denken, aus welchem Bewusstsein sich die Arbeit auch solcher Kommissionen ableiten sollte – oder könnte. In dem Weihnachtslied, über das ich zugegebenermaßen früher mit meinem Bruder des Öfteren gelächelt habe, heißt es an einer Stelle: „Unsers Herzens Wonne liegt in praesepio [also in der Krippe] und leuchtet wie die Sonne matris in gremio.“ Letzteres ließ mich aufhorchen:
Ja, tatsächlich: Das Lateinische „in gremio“ bedeutet wörtlich „im Schoß“, aber eben auch im Inneren bzw. innerhalb – etwa einer Gemeinschaft. Im mittelalterlichen Latein entstand daraus die Bedeutung eines „Kreises von Personen“ bzw. eines „engen Zusammenschlusses“. Daraus entwickelte sich im Deutschen das Wort „Gremium“, gleichbedeutend mit einer Gruppe von Personen mit gemeinsamer Aufgabe oder Entscheidungsbefugnis.
Hoffen wir, dass die Beratungsgremien und Kommissionen – in welchen Bereichen sie auch immer eingesetzt sind – sich bei ihrer Arbeit daran erinnern, worauf sie zumindest etymologisch zurückzuführen sind: Letztlich auf Liebe, ohne die auch ein Kind nicht wachsen und gedeihen kann. Hoffen wir, dass diese dienende Funktion bei der Vorbereitung von Entscheidungen immer präsent sein möge. Dann können wir auf gute Entscheidungen vertrauen.
Überleitung in die Stille
„Vertrauen – weil damit alles beginnt“, so lautet auch der Leitspruch unserer Academie für das Jahr 2026. Woher schöpfen wir dieses Vertrauen? Wir können es zumindest erahnen, wenn wir bewusst in die Stille gehen, um alles zurückzulassen, was wir an Detailwissen und damit verbundener „Rechthaberei“ mitbringen. So kann es uns auch besser gelingen, bei allen notwendigen Diskussionen die Verbindung zu der „zuverlässigsten Energiequelle“ zu halten, die uns Jean Paul ins Bewusstsein ruft: die Liebe, die aus der Herzenswärme entspringt. Kehren wir auch im neuen Jahr immer wieder zu dieser Quelle zurück und teilen wir das daraus entspringende stille und klare Wasser mit denen, die an die Kraft der Liebe glauben, die am Beginn allen Lebens, aller Fürsorge und Verantwortung füreinander steht. Es wird allen guttun!
Ma-ra-na-tha – komm, Herr…