Meditationsimpuls der Woche

Die Neugier bewahren…

Impuls zur Meditations-Woche vom 2. Februar 2026 bis 8. Februar 2026

von Marcus M. Lübbering

Aus welchen Gründen kommen Sie zum Meditieren?
Seminarraum am frühen Morgen mit einem Holztisch, auf dem eine flache Holzschale mit mehreren ausgeschalteten Smartphones liegt. Im Hintergrund unscharf ein Kreis einfacher Stühle, warmes Seitenlicht fällt durch hohe Fenster, Staubpartikel im Licht sichtbar, keine Menschen im Raum.

Impuls: Die Neugier bewahren…

Für ein Seminar mit Laurence Freeman OSB, dem Leiter der Weltgemeinschaft für Christliche Meditation, sollten die Teilnehmer vorab aufschreiben, warum sie Interesse an der Meditation hätten, warum sie überhaupt gekommen sind. Die Gründe spiegeln möglicherweise auch unsere anfängliche Einstellung wider, die wir hatten, bevor wir begonnen haben zu meditieren, und ebenso die Befindlichkeiten von Menschen, mit denen wir über die Meditation sprechen.

Der erste genannte Grund war die Neugier. Sie ist eine zentrale Voraussetzung, um überhaupt Neues zu lernen. Alles Lernen setzt Neugier und eine gewisse Offenheit voraus. Vielleicht ist das ein Hinweis, warum es wichtig ist, gerade auch mit jungen Menschen und vor allem in Schulen Meditation anzubieten. Wir brauchen generell mehr von dieser lernbereiten Neugier, sonst wird es „muffig“ – auch in unserer Gesellschaft. Aufbruch entsteht nicht im „Weiter so“!

Der zweite Grund: Stress. Das Leben heute ist tatsächlich voller Stress. Die Cyber-Kultur hat unser Leben weiter „aufgeheizt“ und den Stress noch erhöht. Es ist daher völlig natürlich und gesund, dass wir nach Wegen der Entspannung suchen. Viele erhoffen sich genau dieses „Geschenk“ von der Meditation. Und tatsächlich funktioniert es auch. Meditation ist sogar sehr einfach – aber nicht leicht: Wer es ernsthaft versuchen will, braucht Einsatz und Disziplin!

Ein weiterer genannter Grund war die Kontrolle der Emotionen. Eine der guten Wirkungen der Meditation ist ja tatsächlich, dass sie zu mehr Harmonie der emotionalen, intellektuellen sowie der beruflichen und körperlichen Dimensionen unseres Lebens führt. Wir sind eben nicht nur verstandesgetriebene Optimierer, sondern Menschen mit Leib und Seele. Die Meditation macht uns menschlicher. Dafür braucht es Selbsterkenntnis – und die wächst in der Stille!

Die meisten erhofften sich von der Meditation eine bessere Konzentration. Ablenkung ist ja tatsächlich eine Konsequenz aus allem Stress, den wir er-leben. Wir sind ständig in verschiedenste Richtungen hin- und hergerissen; immer wieder leidet unsere Aufmerksamkeit durch neue Ablenkungen: Wir blicken laufend auf unser Handy – oft gierig auf Neuigkeiten. Ja, wir suchen solche Stimuli sogar, aber die ständige Steigerung der Reize führt dann zu noch mehr Druck auf unsere Aufmerksamkeitsspanne. Wir leben in einer Kultur der Ablenkung, wie Laurence Freeman es ausdrückt. Dieser Zerstreuung – des „Diabolos“ – müssen wir begegnen!

Viele wollten mehr Klarheit in ihrem Denken, Handeln und Entscheiden. Das ist insbesondere für Führungskräfte von besonderer Bedeutung. Wenn wir Menschen führen, wenn wir ein Ziel haben, brauchen wir klare Zielorientierung und Kreativität. Auch hier hilft die Meditation!

Überleitung in die Stille

Es gibt viele Gründe zu meditieren. Viele positive Wirkungen sind nachgewiesen. Aber es geht nicht auf Knopfdruck. Es geht nur mit Hingabe, Geduld und Herz – und oft anders als gedacht. Der Grund: Die Wirkungen der Meditation sind Geschenk, es reicht tiefer als unser Verlangen.

Ma-ra-na-tha – komm, Herr…

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