Meditationsimpuls der Woche
Meditation tut der Gesellschaft gut
Impuls zur Meditations-Woche vom 20. April 2026 bis 26. April 2026
Eine Gesellschaft, in der die Einzelnen zu sich kommen, wird besser zueinanderfinden und politische Debatten anders führen.
Impuls: Meditation tut der Gesellschaft gut
In der Osterausgabe der FAS steht unter der Überschrift „An Ostern die Stille suchen“ ein bemerkenswerter Artikel, der auf die Bedeutung der Stille für unsere Gesellschaft hinweist. Ein zentraler Satz in diesem zeitlosen Artikel scheint mir der Hinweis auf die Bedeutung der Stille für den Einzelnen und für die Gesellschaft – durchaus auch über die Praxis der Meditation. Das war schon immer so, aber es gilt heute noch mehr als bisher schon. Auch das kommt in dem Artikel zum Ausdruck. Es heißt dort: „Die Stille weist einen Ausweg aus den von sozialen Medien getriebenen Erregungszuständen. Sie ist die Voraussetzung dafür, klar zu sehen, zu urteilen und entschlossen zu handeln. In den beiden großen Kirchen schlummert das Wissen um dieses Erbe. Sie könnten viel mehr daraus machen.“
Von Seiten der Academie haben wir den Kirchen in den Regionen Mainz und Wiesbaden dazu ein konkretes Angebot gemacht. Wir freuen uns auf einen gemeinsamen Workshop am 16. Juni, zu dem die Einladung an manchen Stellen bereitwillig aufgenommen wurde. Da die Lage der Kirchen aber nun einmal ist, wie sie ist, liegt es verstärkt an jeden Einzelnen von uns, das Bewusstsein über die Bedeutung der Stille in die Gesellschaft hineinzutragen. Vielleicht liegt darin die große Chance, auch Menschen zu erreichen, die sich von den Kirchen abgewandt haben oder denen die christliche Botschaft nichts (mehr) sagt. Auch sie brauchen Orientierung und Halt – vielleicht noch mehr als der christliche Teil unserer Bevölkerung. An wen sollen sie sich wenden, wenn nicht an die Menschen, die angesichts der hohen Wellen dieser Zeit in ihrem Inneren einen stabilisierenden Anker setzen können?
Das soll nun nicht heißen, dass Menschen, die regelmäßig meditieren, alles im Griff hätten. Im Gegenteil, wir selbst bekommen ja in der Zeit der Meditation immer wieder gerade auch unsere Schwachheit zu spüren. Immer wieder schweifen wir ab in Gedanken und Emotionen. Aber die selbstlose Suche auf dem Weg des Mantra, das Loslassen allen Haben-Wollens, aller Pläne und Gedanken – all das ist ein Zeichen, dass wir es ernst meinen mit unserem Versuch, einen besseren Weg zu finden. Und wir fangen immer wieder neu an. Das ist ein kleines Zeichen, aber was können die meisten von uns mehr in die Waagschale des eigenen Lebens auf dieser Welt werfen als unseren immer wieder ehrlichen Versuch, ganz neu und frisch zu beginnen.
Überleitung in die Stille
„Die große Wende ereignet sich im Verborgenen“, so schreibt es der Autor des FAS-Artikels über das Ostergeschehen. Das gilt aber genauso für das Weltgeschehen, für das auch wir einen Schlüssel zum Guten haben: Die Welt braucht unsere Stille, aber unsere Stille braucht auch diese Welt! Denn, so schreibt es der Autor – und das gilt über Ostern hinaus: „Erlebnisse werden erst zu Erfahrungen, wenn sie in der Reflexion ihren Widerhall finden, gedeutet werden. So entstehen Lebensgeschichten.“ Schreiben wir an der unseren – in der Stille, und für diese Welt!
Ma-ra-na-tha – komm, Herr…